Mein Programm für die Tage ’nach dem Krieg’

Eigentlich ist es wie nach einem verlorenen, großen Krieg. Nicht das ich mich direkt erinnern könnte, aber so in etwa müsste die Stimmungslage damals in Mitteleuropa, in Deutschland besonders, gewesen sein. Vielleicht war es sogar schon der Dritte Weltkrieg? Man hat diese Ereignisse der letzten Tage nur nicht so benannt? Nur nicht mit echten Leichen und blutigen Verletzten, sondern mit vielen Papierleichen, Rohrkrepierern und zerschlagenem Porzellan? 300 Milliarden € haben sich einfach in Luft aufgelöst! 300.000.000.000 € noch besser sieht das in alter DM aus: 600.000.000.000. Anders ausgedrückt, zuvor mit mehr als in diesen Summen überbewertete Imperien, sind nun plötzlich um diese Summe im Gesamten weniger wert. In der Anschauung des Betrachters. Also von ’außen’. Wem erzählen diese mehr oder weniger schwachsinnigen Journalisten eigentlich in ihren Nachrichtensendungen diesen Mist? Keine 10% der Menschen in Deutschland haben überhaupt etwas mit Aktien zu tun und davon sind es auch wieder nur wenige, die tatsächlich richtig vermögend sind. Auf der einen Seite hält man die Masse Mensch sowieso für dumm und lebt auf deren Kosten, denkt, dass sowieso 95% ‚Out’ sind, und nur dieser kleine Rest von vielleicht 5% der Auserwählten, aus denen sich nun auch noch die ‚Reichen’ und ‚Schönen’ rekrutieren, ist ‚In’, lebt dem staunenden Fußvolk vor, wie das so ist, ‚da oben’ über den roten Teppich zu schreiten… Und nun sollen plötzlich genau diese Dummen, die im Staub neben den roten Teppichen den Idolen der Wirtschaftswunderzeiten anhimmelnd hinterher blickten, klug genug sein und nicht in Panik geraten, nicht durchdrehen, und um Himmels Willen nur nicht das ersparte Kleingeld von den ach so gebeutelten Banken abheben, damit das Chaos nicht noch größer wird! Toll! Großartig die Aufrufe der sich so Sorgenden! Die Idioten, die diese weltweite Krise an den Finanzmärkten mit ihren raffgierigen Zockermentalitäten auslösten, die sitzen jetzt wieder an den großen runden Konferenztischen und reden sich die Köpfe heiß, wie man zukünftig solcherlei Fehlentwicklungen verhindert. Überspitzt gesagt, die gleichen Idioten also, die den ‚Krieg’ begannen, zuvor durch Waffenproduktion die Aufrüstung betrieben, sehr gut daran verdienten, die ziehen sich nach den unblutigen Schlachten in die eleganten Tagungsräume gemeinsam mit den Kleinbürger-Politikern zurück, um den nächsten großen Deal auszuhandeln! Es geht nämlich ums Überleben dieser Gruppe, die gestern, und ein wenig davor, die 300 Mrd. mal so eben verspielte. Diese Summe muss doch so schnell es geht wieder eingespielt werden! Dabei hätten all diese Verursacher des über den Globus gebrachten Chaos’ dort überhaupt nichts zu suchen und Beteiligte könnten sie nur noch auf den Anklagebänken der Obersten Gerichtshöfe sein, wenn sie nämlich alle für ihre Fehlverhalten zur Verantwortung gezogen werden! An den Planungen für eine andere, bessere, gerechtere Zukunft können doch keine Täter beteiligt sein, die so voller Dreck und mit Blut beschmiert sind, dass kein Wasser oder eine chemische Substanz sie je wieder glänzend bekäme! Aber wo sind die Menschen, die sich wehren? Wo sind die, wie damals die Alten nach dem ‚Großen Krieg’, denn da gab es ja nur die Gruppe der Übriggebliebenen, die anderen, die Jüngeren, waren im Krieg abgeschlachtet oder danach in Gefangenenlagern? Es muss doch überall noch Menschen geben, die den Mut haben aufzustehen und die nicht gleich Demagogen sind. Ja es müssten auch Politiker den Mut haben, von der Macht loszulassen, zurückzutreten und das Feld räumen, den Weg damit freimachen für echte Neuanfänge. Und das mit frischen Gedanken, die nichts mit Neid zu tun haben. Nur mit den richtigen Schlüssen aus schon nicht mehr anhörbaren, endlosen Analysen. Alle anderen waren Schuld, nur nicht die Beteiligten… Ich habe da ein paar schöne Vorschläge zu machen: Zu allererst sollten wir uns bewusst machen, dass in allen Verwaltungen, in denen ja nur von den Bürgern beauftragte Handlungsgehilfen sitzen, die uns allen das Leben erleichtern sollen, überall auf viel zu großem Fuß gelebt und gewirtschaftet wird! Es muss zunächst einmal in allen Institutionen wieder Demut eintreten! Dann muss sich dort jeder die Frage gefallen lassen, ob es nicht auch die Hälfte tut, die er für seinen noch nicht einmal mehr 40 Stunden ‚Job’ abgreift. Mault die Person: Hinaus damit! Arbeitslos, das wäre dann zunächst einmal ein schönes Schicksal! Aus dem Heer der Arbeitslosen wird sich schon noch jemand finden, der diesen ‚Job’ – denn Berufe sind es ja alle längst nicht mehr! – für die Hälfte ausübt, und dann nehmen wir sogar noch einen zweiten Arbeitslosen dazu. In der Summe dann für das gleiche Geld, aber Nürnberg ist auch noch entlastet! Nur, der Unwillige, von diesem ehemaligen Arbeitsplatz ‚freiwillig’ Zurückgetretene, der muss sich nicht einbilden, dass er aufgrund seiner ehemals überhöhten Bezüge Arbeitslosengeld erhält. Wie heißt das deutsche Zauberwort des Schweigens, oder das Schwert, das über den Köpfen der rund 4 Mio. immer noch Registrierten schwebt? Und die Zahl ist in echt ja noch viel größer! Hartz IV?! Und so müsste es von Nord nach Süd, von Ost nach West und umgekehrt sein. Die ganze Republik müsste auf den Prüfstand. Und natürlich die überhöhten Pensionen der Damen und Herren Staatsdiener der vergangenen Tage auch! Aber gewaltig runter damit! Und es brauchen für ehemalige Bundeskanzler, Bundespräsidenten usw. keine Büros, Sekretärinnen, Fahrer etc., etc. zu geben! Dann kommen wir zu den Privilegien der Volksvertreter… Die Hälfte der Bezüge. Unbesehen! Wer mault, auf Wiedersehen. Keine Freiflüge mehr, um durch Deutschland zu düsen. Keine Freie Fahrt mit Herrn Mähdorn, und vor allem, wenn diese Herrschaften 1.Klasse fahren oder fliegen wollen, sollen sie entsprechend bezahlen, wie das jeder Bürger auch tun muss! Es muss alles um die Hälfte billiger werden, was die Öffentlichkeit zu bezahlen hat! Dann müssen Gesetze her, die das Ausbluten der wichtigsten Unternehmen verhindern! D. h. die Einkommen der Führungsetagen, so sie nicht Eigentümer sind natürlich, müssen ‚gedeckelt’ werden. Überall dort, wo jemand privat mit Knopf und Klicker für sein Unternehmen geradesteht, da kann der ja machen was er will und auch verdienen, wie er will, wenn er sich an die Spielregeln des Marktes, der Gesetze und der Moral hält. Da gibt es nichts zu beschneiden. Doch es ist nicht nur unmoralisch, es ist volkswirtschaftlich eine absolute Katastrophe, dass junge Grünschnäbel mit blassen Nasen und feuchten Hosen sich am Vermögen von Hunderttausenden Mitarbeiten vergreifen, weil sie entsprechend befristete Verträge clever abschlossen, die ihnen völlig freie Hand ließen, wenn sie nur die Rendite entsprechend hoch hinaus trieben! Es ist für mich ein Unding, wenn ein Abteilungsleiter in einem Bereich z. B. das Fünffache seiner Teammitarbeiter erhielte. Ein Direktor sich dann wiederum so wichtig nimmt, dass er glaubt das Zwanzigfache des Abteilungsleiters zu verdienen usw. Dem endlosen Drehen an dieser Wahnsinnsschraube muss vom Gesetzgeber, und das sind wir alle, das ist das Volk, endlich Einhalt geboten werden! Niemand ist 20 oder gar 200 Mal mehr wert, als der geringste Mitarbeiter eines Unternehmens! Klar, ich rede nicht vom Einzelunternehmer! Aber alle die im Aktienrecht Schutz suchen, die müssen auch Verpflichtungen auferlegt bekommen, denn von alleine regelt es eben nicht der Markt und die Nullen in Nadelstreifen haben ja offensichtlich aus ihrer Kinderstunde auch nicht die entsprechende Moral und Ethik mitbekommen, dann muss der Staat es per Gesetz vorschreiben, wie es in einer fairen Arbeitswelt zukünftig abzulaufen hat! Die Grundversorgungsbetriebe, wie der gesamte Energiesektor, also Strom, Gas, Wasser, usw., was da alles in den letzten Jahren an Tafelsilber in private Hand verhökert wurde, muss dahin zurück, wo diese Werte einmal geschaffen wurden. An elementaren Bedürfnissen des Menschen, daran darf sich zukünftig kein Aktionär mehr bereichern! Man hat doch gesehen, was die Privatisierung der Post gebracht hat! Sämtliche teuren Liegenschaften verhökert, jetzt hocken die Bediensteten, wenn überhaupt, im Tante Emmaladen auf dem Lande in einer ‚Zweigstelle mit Schild an der Tür’. Dafür sind dann die Krauterer wieder gut genug, weil die Supermarktriesen an dieser Fummelarbeit kein Interesse haben, nicht wahr? Fernsprechnetze, wunderbar! Doch da werden ganze Ortschaften, weil sie zu bevölkerungsarm sind, nicht an die aktuellen Netze angebunden, weil kein Geld zum Ausbau für das Internet da ist. Aber beim Branchenkrösus in der Fußballbundesliga dick auf der Brust prangen! Die brauchten ja auch noch diese Millionen! Oder in den USA mit Google so ein bisschen mit einen neuen Schnick-Schnack-Handy den Global-Player abgeben, dass macht doch Spaß! Diese ganzen Telecom- und Post-Vereine, das sind alles Früchtchen! Rückabwicklung zu Gesellschaften, wo der Staat in jedem Fall das Sagen, also die Mehrheit halten muss; natürlich fair, aber dann darf am Allgemeinwohl nicht wieder verdient werden! Versorgungsunternehmen sollen die Bürger doch versorgen und sie nicht ausrauben! Zumindest muss der Mentalität Einhalt geboten werden, die es als selbstverständlich ansah, dass einige wenige‚ ‚da oben’ in den Spitzenpositionen nur zum Abgreifen in die Chefetage einzogen, und dann vergaßen, warum sie überhaupt diesen Platz bekleiden durften! Mehr Verantwortung, okay, muss mehr Bezahlung nach sich ziehen, aber mehr Verdienst, nur bei wirklichem verdienstvollem Handeln. Überall ist da in den letzten Jahren und Jahrzehnten derart Schindluder getrieben worden, dass es nur ein Wunder war, dass die Volksseele nicht schon viel früher einmal überkochte! „Gebt dem dummen Volk Brot und Spiele…!“ Und nun wollten einige ganz kleine, ehemals brave, zu Gierschlunden gemachte Bürger auch im großen Monopoly mitspielen. Auch da muss es, wie überall, Einstiegsregeln geben! In Wahrheit lächerliche Beträge von 20.000 € oder noch geringer, bringen multipliziert mit der Anzahl dieser dummen Möchtegern Investoren natürlich eine riesige Summe Geldes für den, der da diese vorgegaukelte, so wichtige und in sie lohnenswert zu investierende Gesellschaft nach außen vertritt, doch es kostet Eintritt überall. Selbst für die Südkurve muss ein Betrag ‚X’ gezahlt werden, sonst darf man im Stehen nicht einmal Mitbrüllen. Und so sollte es auch einen Mindestbetrag beim Mitspielen im großen Spiel des Aktienmarktes geben. Wer keine 250.000 €, ich nehme nur eine Zahl, zum Verspielen hat, der sollte auch diesen Betrag nicht mit ins Casino nehmen! Und so ebenfalls nicht seiner Bank den Auftrag geben dürfen, auf dem Börsenparkett damit zu hantieren! Unter so einem Betrag lohnt es doch gar nicht. Aber nun kommen die vielen Kleinschmidts und Möchtegerns und winseln, hinterher. Das geht auch nicht! Regeln, immer wieder Regeln. Der dumme Mensch schafft es einfach nicht, sich so zu verhalten, dass er anderen nicht auf die Füße tritt. Er braucht immer ein Gesetz, eine Richtlinie, die ihm sagt: Bis hierhin und nicht weiter! Und genau dafür ist jetzt der richtige Zeitpunkt! Nur jetzt können die Großkotze auf ihr Normalmaß wieder reduziert werden!

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